Coatings
Beyond SurFACES – Lernen Sie Caroline Cooper kennen
Zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Lackindustrie
Caroline Harmon Cooper ist Midwest Zone Managerin fĂĽr Automotive Refinish Coatings in Nordamerika mit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Lackbranche.
In diesem Interview blickt sie auf ihre bisherige Karriere zurück, beschreibt, wie ein typischer Tag in ihrem Arbeitsalltag aussieht und teilt ihre Perspektive auf die sich ständig wandelnde Branche der Reparaturlackierungen.
Beyond SurFACES – Lernen Sie unser erfolgreiches Team kennen
Mit Leidenschaft und wissenschaftlicher Expertise entwickeln wir innovative Oberflächenlösungen, mit denen wir die Erwartungen unserer Kunden übertreffen. In unserer Serie „Beyond SurFACES“ stellen wir talentierte Personen vor, die das möglich machen. Von der Entwicklung innovativer Beschichtungen bis hin zur Schaffung nachhaltiger Lösungen – unser Gewinnerteam steht im Mittelpunkt all dessen, was wir tun. Lernen Sie Caroline Cooper kennen und erfahren Sie mehr über ihre zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Lackindustrie. Möchten Sie Teil des Teams werden?

Bitte erzähl uns ein wenig über Deine Karriere bei BASF und Deine Erfahrungen vor dem Einstieg ins Unternehmen.
Ich bin vor rund vier Jahren zu BASF Coatings gestoßen. Zuvor war ich 18 Jahre lang bei Sherwin-Williams tätig und hatte dort verschiedene Funktionen im Bereich der Bautenanstrichmittel und Industrielacke inne. Meine erste Position in der Auto-Reparaturlackierung war die eines Regional Business Managers. Der Wechsel von Sherwin-Williams bedeutete eine steile Lernkurve für mich – insbesondere beim Führen eines remote arbeitenden Teams über ein großes Gebiet hinweg. Das hat meine Entwicklung in der Mitarbeiterführung und in der operativen Umsetzung deutlich gefördert. Eine weitere wichtige Umstellung betraf unseren Go-to-Market-Ansatz: Wir arbeiten eng mit dem Handel zusammen und managen eine Dreiecksbeziehung zwischen BASF Coatings, den Vertriebspartnern und den Werkstätten.
Nach 18 Monaten in dieser Rolle übernahm ich im Zuge des Ruhestands meines Vorgängers die Position des Eastern Zone Managers. Am 1. April konnte ich mein zweijähriges Jubiläum in dieser Funktion feiern. Mein Verantwortungsbereich hat sich damit erweitert: Statt ausschließlich einzelne Mitarbeitende zu führen, verantworte ich heute die Führung von Führungskräften – mit einem deutlich breiteren und strategischeren Fokus. In enger Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen treibe ich das Wachstum in der Region voran und sorge für eine konsistente Umsetzung unserer Strategie.

Wie sieht ein typischer Tag fĂĽr Dich aus (falls es ĂĽberhaupt einen 'typischen' Tag gibt)?
Im operativen Tagesgeschäft im Außendienst ist vieles zeitkritisch. Wenn Partner auf Produkte warten, Vereinbarungen zur Stärkung von Kundenbeziehungen abgeschlossen werden müssen oder rechtliche Anforderungen zu erfüllen sind, ist schnelle Reaktionsfähigkeit entscheidend. Gleichzeitig verfügt unser Geschäftsbereich über eine klar strukturierte Genehmigungshierarchie. Themen wie Equipment-Anfragen, Produktbestellungen oder Bedarfe von Vertriebspartnern müssen daher mit hoher Dringlichkeit und Disziplin gesteuert werden, um Verzögerungen zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund sind gutes Zeitmanagement und die Fähigkeit, Prioritäten richtig zu setzen, essenziell.
Gleichzeitig ist ein wesentlicher Teil meiner Aufgaben proaktiv und strategisch geprägt: Marktanteile ausbauen, Beziehungen zu Kunden und Vertriebspartnern stärken, bestehende Versorgungslücken identifizieren sowie Mitarbeitende gezielt coachen und weiterentwickeln, um Leistung zu fördern. Wenn wir in einem Markt Verbesserungspotenzial sehen, analysiere ich sowohl interne Faktoren – etwa den Grad der Unterstützung, Strukturen, Teamkompetenzen und Ressourcen – als auch externe Aspekte, zum Beispiel zusätzlichen Bedarf an Vertriebspartnern oder einen stärker fokussierten Vertriebsansatz, um unsere Präsenz auszubauen. Letztlich geht es darum, Erfahrung gezielt einzusetzen und die richtige Balance für nachhaltigen Erfolg zu finden.
Welche Veränderungen beobachtest Du in der Branche? Gibt es Trends, die Du besonders interessant findest?
Wir erleben derzeit sowohl intern als auch im Markt deutliche Veränderungen. Intern bereiten wir uns aktiv darauf vor, ein neues Unternehmen zu werden, und nehmen Anpassungen vor, die es uns ermöglichen, noch besser auf einen sich wandelnden und zyklischen Markt zu reagieren.
Gleichzeitig befindet sich der Markt für Autoreparaturlackierungen in einer Abschwungphase, was Einfluss darauf hat, wie wir unser Geschäft steuern. Unsere Branche wird von vielen Faktoren geprägt – darunter geopolitische Entwicklungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Marktdynamiken, technologische Fortschritte im Automobilbereich sowie Veränderungen bei Versicherungsmodellen. Um erfolgreich zu sein, müssen wir unsere Kunden auch in Abschwungphasen überzeugen und Umsätze sichern, gleichzeitig aber bereit sein, in Aufschwungphasen Marktanteile zu gewinnen.
Unser Differenzierungsmerkmal sind dabei nicht nur die hochwertigen Produkte, die wir anbieten, sondern vor allem die Beziehungen und das Vertrauen, das wir über viele Jahre durch exzellenten Service aufgebaut haben. Unsere Kunden erkennen den Mehrwert, den wir liefern, ebenso wie die Sicherheit, die wir ihren Unternehmen geben – und sind bereit, dafür zu bezahlen. Parallel dazu befindet sich die Branche weiterhin in einem Konsolidierungsprozess: Multi-Shop-Betreiber übernehmen unabhängige Werkstätten, regionale und nationale Anbieter wachsen, und die Zahl potenzieller Kunden nimmt ab. Auch auf der Vertriebsseite kommt es zu Zusammenschlüssen und ebenso konsolidieren sich Wettbewerber. Dadurch verändert sich die Wettbewerbssituation auf allen Ebenen der Branche.
Du bist in einer komplexen und technisch geprägten Branche erfolgreich. Was zeichnet Dich als Führungskraft aus?
Mein Antrieb kommt von innen – die Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen, und der Wunsch, kontinuierlich dazuzulernen. Ich suche bewusst die Komplexität, weil sie es mir ermöglicht, auf meine Erfahrung zurückzugreifen und mich gleichzeitig weiterzuentwickeln. Ich bin ohne Vorerfahrung in den Bereich der Reparaturlackierung eingestiegen, doch gerade seine Wettbewerbsintensität und Komplexität haben mich gereizt.
Ich bin mit fundierter Führungs‑, Vertriebs‑ und operativer Erfahrung zu BASF gekommen, dennoch funktioniert der Bereich Autoreparaturlacke ganz anders als andere Branchen. Für mich war es daher wichtig, die Grundlagen und unseren Go‑to‑Market‑Ansatz schnell zu verstehen, um mein Team effektiv unterstützen zu können. Diese Haltung nehme ich in jede neue Rolle mit – im Bewusstsein, dass es immer eine Lernkurve gibt. Offenheit, Motivation und Ehrgeiz helfen mir dabei, mein Team und die Organisation bestmöglich zu unterstützen. Eine positive Kultur zu schaffen, Orientierung zu geben und Hindernisse aus dem Weg zu räumen, ermöglicht es meinem Team, sich schnell anzupassen und erfolgreich zu arbeiten.
Mein Antrieb kommt von innen – die Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen, und der Wunsch, kontinuierlich dazuzulernen. Ich suche bewusst die Komplexität, weil sie es mir ermöglicht, auf meine Erfahrung zurückzugreifen und mich gleichzeitig weiterzuentwickeln.
WofĂĽr brennst Du besonders, entweder im Beruf oder auĂźerhalb der Arbeit?
Meine größte Leidenschaft ist ganz klar meine Familie. Ich bin verheiratet, und mein Mann und ich haben einen zehnjährigen Sohn. Mein Mann unterstützt meine berufliche Entwicklung enorm. Er übernimmt eine große Rolle zu Hause und ist sehr stark in den Alltag und das Leben unseres Sohnes eingebunden. Für uns funktioniert dieses Modell sehr gut – wir haben ein wunderbar bodenständiges, herzliches und tolles Kind. Er bekommt die Unterstützung, die er zu Hause braucht, und erlebt gleichzeitig eine engagierte und zielstrebige Mutter.
Als Familie reisen wir sehr gerne, lieben gutes Essen und genießen einfach die gemeinsame Zeit. Bei uns zu Hause herrscht eigentlich immer 100‑prozentiges Chaos! Außerdem haben wir zwei Hunde und eine Schildkröte. Inzwischen haben wir vermutlich so viel Geld in sie investiert, wie andere in ein Studium! Wir füttern sie von Hand mit Grillhähnchen, Obst und Würmern, und sie läuft gemeinsam mit unserem Sohn und unseren beiden Dackeln durchs Haus. Sie hält sich selbst für einen Hund – es ist einfach herrlich, das zu beobachten!
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Wie schaffst Du es, nach einem langen Arbeitstag wieder neue Energie zu tanken?
Das ist eine vielschichtige Frage. Ich denke, das klassische Konzept der Work‑Life‑Balance ist für mich überholt. Ich sehe es eher als Work‑Life‑Integration. Wir alle führen ein sehr aktives Leben mit vielen Anforderungen. Als remote arbeitende Mitarbeiterin habe ich die Flexibilität, meine Tage so zu gestalten, dass ich berufliche Prioritäten abdecken kann und gleichzeitig für meine Familie präsent bin.
Auftanken? Darin bin ich ehrlich gesagt nicht immer gut. Es gibt durchaus Phasen, in denen ich nicht wirklich auftanke und viele Prioritäten gleichzeitig jongliere. Da ich beruflich viel reise, ist Zeit mit meiner Familie für mich umso wichtiger. Ob beim Camping, am Strand, bei den Aktivitäten unseres Sohnes oder einfach zu Hause – wir verbringen viel Zeit miteinander und haben großen Spaß. Eine unserer liebsten Beschäftigungen ist es, es uns gemeinsam auf der Couch gemütlich zu machen, zu kuscheln und unsere Lieblingsserien und ‑filme zu schauen.
Als erfahrene FĂĽhrungskraft mit viel Wissen und Erfahrung: Nimmst Du Dir viel Zeit fĂĽr Mentoring?
Strukturierte Mentoring‑Programme bringen eine gewisse Formalität mit sich, für mich ist Mentoring jedoch eher informell. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man von den Mentees selbst sozusagen „gewählt“ wird – als die Person, zu der sie Vertrauen haben und von der sie lernen möchten.
Dabei geht es stark um persönliche Verbindung, darum, einen sicheren Raum zu schaffen und sich ernsthaft der Entwicklung dieser Person zu widmen. Genau das habe ich selbst als Mentee von meinen Mentorinnen und Mentoren erfahren. Ist das jemand, den ich anrufen kann und sagen kann: „Ich hatte den schlimmsten Tag“, und der mir einfach zuhört? Oder jemand, den ich fragen kann, wie ich einen Prozess richtig angehe? Oder eine Person, von der ich tief im Inneren weiß, dass sie echtes Interesse an meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung hat? Aus Mentoren‑Sicht ist es deshalb eher eine Art Nominierung – aber sie kommt von der Person, die begleitet wird, nicht weil jemand offiziell darum gebeten hat, Mentorin oder Mentor zu sein.
Welchen Rat wĂĽrdest Du jungen Berufseinsteigerinnen und -einsteigern in der Branche geben?
Atme! Delegiere, wann immer es möglich ist und nutze vorhandene Ressorucen gezielt – das ist aus meiner Sicht entscheidend.
Außerdem sollte man lernen, sich wohlzufühlen, auch wenn man sich unwohl fühlt. Gerade in einer dynamischen Branche wie unserer, in der sich Dinge sehr schnell verändern. Ich bin seit dem Großteil meiner 25‑jährigen Karriere in Führungsrollen tätig. Mit der Zeit lernt man, mit unerwarteten Herausforderungen umzugehen. Dennoch habe ich in den vergangenen Jahren oft gedacht: „Wow, das ist neu!“ Allein in den letzten vier Jahren hat sich außergewöhnlich viel verändert – und dieses Tempo wird weiter zunehmen. Um mit diesen Veränderungen umzugehen, rate ich dazu, sich ein Netzwerk aus talentierten Menschen aufzubauen und diese Kontakte gezielt einzubeziehen, wenn Unterstützung gebraucht wird. Gleichzeitig ist es wichtig, dieses Vertrauen zurückzugeben – indem man eigenes Wissen und Erfahrung teilt und selbst zur wertvollen Ressource für andere wird. Am Ende geht es um Vertrauen im Team und darum, Unterstützung weiterzugeben.







